
Im März 2005 hieß unser Reiseziel „Guadeloupe“. Die karibische Insel gehört zu den kleinen Antillen. Sie ist ein Überseedèpartement von Frankreich und Teil der Europäischen Union. Zahlungsmittel auf Guadeloupe ist der Euro. Da fühlt man sich dann gleich ein bisschen europäisch
Auf jeden Fall erleichtert es einiges. Man merkt sofort, dass die „Franzosen“ einiges an Geld für die Insel locker machen. Großer neuer Flughafen, die Straßen auf den Hauptverkehrswegen sind bestens ausgebaut. Zu kaufen bekommt man so ziemlich alles auf der Insel. Wir waren sogar einige Male in einem „Spar“ einkaufen. Guadeloupe, die auch die „Insel mit den schönen Gewässern“ genannt wird, hat die Form eines Schmetterlings. Sie besteht aus dem östlichen Flügel „Grande Terre“ und dem westlichen Flügel „Basse Terre“.

Mein Lebensgefährte Thomas, Ich und unsere Freunde Silke und Heinz nahmen frühmorgens das Flugzeug von Wien nach Paris. Wir landeten auf dem Flughafen Charles de Gaulle und mussten per Shuttlebus zum Flughafen Orly wechseln. Dummerweise wurde am Vortag in Frankreich gestreikt. Ausgerechnet waren es diesmal die Buschauffeure! Tja, Pech für uns. Es herrschte das totale Chaos am Flughafen. Wir waren schließlich nicht die einzigen, die zum Flughafen Orly mussten. Taxis waren Mangelware. Die gestrandeten Reisenden drängten in die ergatterten Taxis oder in die wenigen Busse. Kurz und gut, alle hatten es eilig! Nach einer Stunde schafften wir es endlich in einen Bus nach Orly. Es wurde kapp mit dem Anschlussflug nach Pointe-à-Pitre! So schnell als möglich, liefen wir zu unserem Gate. Doch zu spät. Wir konnten nicht mehr an Bord. ABER, welch ein Glück – Guadeloupe wird mehrmals am Tag von der Air France angeflogen. So ließen wir uns einfach auf den nächsten Flug umbuchen. Zwei Stunden später war es dann soweit – Karibik wir kommen!

Nach unserer Ankunft in der Inselhauptstadt „Pointe-à-Pitre“ war es bereits dunkel. Der Flughafen war groß und modern (ich war anderes gewohnt von Jamaika und der Dominikanischen Republik). Wir holten unseren Leihwagen von der Autovermietung und los ging es. In unserem Peugeot fuhren wir zu unserer Unterkunft „Sucrerie du Comtè“ in Sainte-Rose. Einem kleinen Fischerdorf im Norden von Basse-Terre. Nach nicht einmal 30 Minuten waren wir auch schon da. Das „Sucrerie du Comtè“ liegt auf einer jahrhundertealten Zuckerplantage. Auf dem 5 Hektar großen Areal stehen riesige Zahnräder, Fässer und andere alte Gerätschaften als Dekoration. Die Zimmer sind in 26 Bungalows untergebracht. Die Ausstattung ist einfach, aber zweckmäßig. Ein Pool dient zur Abkühlung. Das Frühstück nahmen wir im Freien ein. Jeden Morgen wurden wir vom Personal mit einem Lächeln empfangen.

Wir besuchten die schönsten Strände, Rumdestillerien, schnorchelten an den farbenprächtigsten Riffen, beklommen einen aktiven Vulkan mit einer unglaublichen Fauna und Flora, wanderten durch den Urwald zu gigantisch hohen Wasserfällen, konnten Buckelwale beobachten wie sie majestätisch durch das Meer zogen. Doch nun zu einigen unserer Erlebnissen und Eindrücken auf unserer Tour durch Guadeloupe.
Destillerie Bellevue (Rhum Damoiseau au Moule): Wir fuhren nach Grande-Terre, dem Reich der Zuckerrohrplantagen. Auf dem Gelände der Destillerie konnten wir uns frei bewegen und durften bei allen Arbeitsvorgängen hautnah dabei sein. Und als krönenden Abschluss, war natürlich die Verkostung all dieser herrlichen Rumsorten an der Reihe.



Chutes de Carbet: Die drei Wasserfälle gehören sicher zu den Hauptattraktionen der Insel. Bereits die Anfahrt ist ein Highlight. Man fährt durch den Dschungel und kommt durch einen Tunnel aus Farnen und Bambus. Schon früh am Morgen machten wir uns auf den Weg zum 1. Wasserfall. Wir benötigten für diese Wanderung etwa zwei Stunden. Zum Glück hatten wir gutes Schuhwerk an den Füßen, denn der Weg war zum Teil sehr rutschig und steil. Schon von weitem sahen wir die Wasserfälle. Dann endlich! Großartig der Anblick, wie der Fluss Carbet 125m über eine steile Wand ins Tal stürzt. Der Fluss schlängelt sich dann weiter durch das Grün des Urwaldes, über rote Felsen. Der Ausblick –ATEMBERAUBEND.

Strände: Der Küstenabschnitt im Norden von Basse-Terre „Corniche d`Or“, beherbergt einige der schönsten Strände der Insel. Der größte Strand ist „Grand Anse“. Wie die Sichel eines Halbmondes schmiegt er sich an die Bucht. Die Liste der schönen Strände ist endlos: La Caravelle bei Saint-Anne, L`Autre Bord bei St. Moule, Anse de Souffleur bei Port-Louis, Plage des Raisins Clairs bei Saint-Francois… An manchen Stränden ist Vorsicht geboten vor gefährlichen Strömungen. Bitte beachtet eventuelle Warnschilder am Strand.

Der Vulkan „La Soufrière: Auf keinen Fall sollte man sich den Vulkan Soufrière entgehen lassen. Frühzeitig machten wir uns über den „Chemin des Dames“ (Damenweg) auf zum 1467m hohen Gipfel des Berges. Die Vegetation absolut beeindruckend. Überdimensional große Farne säumten den Weg. Der Aufstieg war nicht besonders schwierig. Jedoch wurde die Sicht zunehmend schwieriger, je höher wir kamen. Auf dem Gipfel glich die Landschaft einem Mondkrater. Beißender Schwefelgeruch lag in der Luft. Am Rand des Kraters war der Gestank nach faulen Eiern kaum auszuhalten. Nebelschaden trieben über das Gipfelgelände. Für kurze Zeit war dann wieder klare Sicht, um uns dann sofort wieder in Nebel einzuhüllen. Es ist wichtig die markierten Pfade nicht zu verlassen. Man sollte bedenken, das es im Südkrater noch stets brodelt!


Die Route de la Traversèe: Sie durchquert als einzige Basse-Terre und verbindet die Ostküste mit der Westküste. Die Straße schlängelt sich malerisch durch den Nationalpark. Wir beschlossen, beginnend beim Maison de la Foret, eine markierte Wanderung (60 Minuten) durch den Urwald zu machen. Wir bewunderten Schlingpflanzen, Orchideen, Baumfarne, Mahagoni-Bäume etc. Ebenfalls an der Route de la Traversèe, liegt der kleine Wasserfall „Cascade aux Ecrevisses“. Thomas ließ es sich nicht nehmen, in dem glasklaren aber eiskalten Auffangbecken ein herrlich erfrischendes Bad zu nehmen
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Die Hauptstadt „Pointe-à-Pitre“: Sehenswert ist ein Freiluftmarkt am Kai des Hafens. Hier türmen sich Gewürze, Fische, Krabben, Früchte und Gemüse. Die Händlerinnen tragen gemusterte Madras-Kopftücher und lassen sich auch gerne fotografieren (vorausgesetzt man kauft ihnen auch etwas ab;-). Es gibt in der Stadt auch einige nette Geschäfte in denen man geschnitzte Holzwaren kaufen kann. Die Stadt ist auf jeden Fall einen Tagesausflug wert.

Walbeobachtungstour: In den Küstengewässern rund um Guadeloupe kann man das ganze Jahr über Wale beobachten. Auch wir ließen uns dieses Abenteuer nicht nehmen. Mit dem Segelschiff starteten wir früh am Morgen mit dem Kapitän und seinem Team in See. Mit unserem professionellen Walfinder hatten wir auch prompt Glück. Drei Buckelwale tauchten vor unserem Schiff auf. Ihre türkis leuchtenden Brustflossen verloren sich im dunkelblau des Meeres. Was für ein berührender Anblick! Welch ein großartiger Moment! Den ganzen Tag waren wir mit dem Forschungsteam unterwegs. Wir erfuhren viel über die Meeressäuger (auch Pottwale, Delphine und Haie kann man mit etwas Glück zu Gesicht bekommen). Wir hörten die Wale unter Wasser singen und hatten einfach einen relaxten, wunderschönen Tag. (und einen schmerzhaften Sonnenbrand am Ende des Tages. Bitte unbedingt hohen Sonnenschutzfaktor verwenden und oft eincremen!)

Schnorcheln: Meine Freunde und ich unternahmen eine Schnorcheltour, an einem der Riffe. Wir sind etwa eine Stunde mit dem Boot raus auf das Meer gefahren. Es wimmelte nur so von bunten Fischen. Gelbe und blaue Offiziersfische, Papageienfische, Schmetterlingsfische, Korallenstöcke leuchteten in den buntesten Farben, sogar ein großer Barracuda ließ sich blicken. Ich war so fasziniert von der Unterwasserwelt, dass ich total die Zeit vergaß. Ich war dann leider zu lange im Wasser und habe mir eine ziemlich arge Verkühlung eingefangen.

Pointe des Chateaux: Die Ostspitze von Grande-Terre gehört sicherlich zu den landschaftlichen Höhepunkten der Karibik. Die gewaltige Brandung des Atlaniks umtost die steilen Klippen. Über einen Pfad kommt man zum Pointe des Colibris. Hier hat man eine herrliche Aussicht zu den Nachbarinseln Dèsirade und Marie-Galante.

Botanischer Garten: An unserem letzten Urlaubstag besuchten wir noch den „Jardin Botanique de Deshaies“. Wir bewunderten eine unglaubliche Vielfalt an Bäumen, Blumen, Sträuchern etc.

Die Liste der faszinierenden und magischen Orte und Plätze, könnte hier noch endlos fortgeführt werden. Guadeloupe ist eine sehr vielseitige Insel und da ist bestimmt für jeden etwas dabei. Für mich ist sie die vollkommene karibische Insel.Ich hatte eine traumhaft schöne Zeit in diesem karibischen Paradies. Guadeloupe – ein Urlaub für Geist und Seele.
